Tipps

Auf dieser Seite möchte ich euch ein paar Tipps geben, welche Euch bei dem Antragsverfahren behilflich sein könnten. Zum Teil sind das Erfahrungen, die ich durch mein Bewilligungsverfahren gemacht habe. Ein generelles Rezept dafür, wie man so ein Verfahren am besten durchkriegt, gibt es allerdings nicht. Dafür sind die einzelnen Fälle zu unterschiedlich, dass man hier alles verallgemeinern könnte. Es gibt aber einen Verein, der sich darauf spezialisiert hat, Behinderten beim Erlangen oder Erhalten Ihrer Mobilität zu unterstützen. Auf der Seite www.mobil-mit-behinderung.de könnt Ihr mehr über diesen Verein (MMB e.V.) erfahren. Auch kann man sich hier in einen E-Mailverteiler eintragen lassen, welcher sehr nützlich ist um Informationen auszutauschen. Aber Vorsicht: Dieser E-Mailverteiler ist recht groß und man bekommt eine Menge Informationen!

Und hier nun meine persönlichen Tipps und Erfahrungen, die ich allerdings mit der BfA gemacht habe. Einige treffen bestimmt aber auch bei anderen Kostenträgern zu:

  1. Grundsätzlich alle Schreiben an die BfA, oder an den sonstigen Kostenträger, per Einschreiben mit Rückschein senden. An Besten das Schreiben per Fax Vorabschicken (Faxnummer des Sachbearbeiters besorgen, welcher für einen zuständig ist). Ist zwar teuer, aber in meinem Fall sind angeblich verschiedene wichtige Unterlagen einfach nicht angekommen. Der Zeitverlust ist einfach zu groß, wenn man die Anträge und Schreiben dann noch mal fertig machen muss.
  2. In verschiedenen Städten gibt es Reha-Beratungsstellen die man unbedingt aufsuchen oder kontaktieren sollte. Diese Rehaberater vor Ort sind meistens sehr nützlich und vor allem auch meistens recht kompetent. Eine Liste der Rehaberatungstellen findet Ihr auf den Seiten der BfA Berlin.
  3. Wenn Ihr Einladungen bekommt zu Ärztlichen Untersuchungen, macht euch nicht die Mühe einen Arzt rauszusuchen und vorzuschlagen. Dieser Arzt wird dann garantiert nicht genommen. Es muss ein Arzt sein, zu welchem Ihr noch keinen Kontakt hattet. Wenn dann ein Termin feststeht und Ihr die Adresse des Arztes mitgeteilt bekommt, unbedingt dort anrufen, ob die Praxis auch behindertengerecht und/oder rollstuhlgerecht ist. Bei mir war dies nicht der Fall und es musste erst ein anderer Arzt gesucht werden, was dann wieder ein paar Wochen gedauert hat.
  4. Wenn ein negativer Bescheid kommen sollte, nicht sofort aufgeben und die Flinte ins Korn werfen. Sofort Wiederspruch einlegen und diesen natürlich gut begründen. Auch hier hilft der MMB e.V..
  5. Bei der Auswahl des Autos sich nicht auf ein bestimmtes Modell fixieren, sondern sich von Anfang an Alternativen suchen.  Denn was hilft es einem, wenn man auf ein Auto besteht, welches man unbedingt haben möchte, aber man mit diesem dann anschließend nicht zurecht kommt. Oder die Umbauten dann doppelt so hoch sind. Denn als Versicherter ist man bei der BfA zur Kostensenkung verpflichtet und bei der Auto-Versicherung spielt anschließend der Umbaupreis auch eine wichtige Rolle.
  6. Vorab schon mal Kostenvoranschläge von Fahrdiensten besorgen, da diese zu 99,9% vom Kostenträger angefordert werden. Und diese zu bekommen, ist nicht unbedingt immer einfach.
  7. Keine Kaufverträge vor der Bewilligung und vor dem Antrag unterschreiben, da man dann Gefahr läuft das diese vom Kostenträger nicht übernommen werden.
  8. Ruft öfters mal bei eurem Sachbearbeiter an und erkundigt Euch, wie der Stand der Dinge ist. Fragt nach, ob noch Unterlagen fehlen und ob Ihr noch etwas nachreichen müsst. Vor den Telefonaten immer die Sozialversicherungsnummer und das Bearbeitungskennzeichen (BKZ) raussuchen, weil immer danach gefragt wird. Beim Telefonat immer ruhig und freundlich mit dem oder der Sachbearbeiter/in reden, auch wenn es schwer fällt. Ihr müsst immer nur daran denken, am anderem Ende der Leitung sitzt auch nur ein Mensch der seine Arbeit tut. Wenn er oder sie allerdings diese mehr Schlecht als Recht tut, sich ruhig mit dem Vorgesetzten verbinden lassen und dort ruhig und freundlich seine Probleme erklären. Mit Gewalt erreicht man beim Kostenträger gar nichts.
  9. Von allen Telefonaten mit dem Kostenträger eine Schriftliche Notiz machen und an den Kostenträger für die Akten senden.
  10. Es gibt auch Möglichkeiten über den Kostenträger Zuschüsse zum Erwerb des Führerschein zu bekommen.
  11. Beim Umbau darauf achten, dass man das System testen kann. Meistens wird einfach ein System eingebaut, welches man noch nicht mal vorher testen kann und die Chance, dass dieses System dann das richtige ist, ist dann sehr gering. Immer darauf bestehen das man das System vorher testen möchte.
  12. Auf eine ordentliche Übergabe des Fahrzeugs bestehen. Am besten das Fahrzeug erst nach einer Fahrprobe mit einem Fahrlehrer übernehmen. Wenn der sagt das Ihr mit dem Fahrzeug zurecht kommt. ist alles in Ordnung. Wenn nicht, muss noch mal nachgebessert werden.
  13. Je nach Schwerbehindertenausweis bekommt man eine Kfz-Steuerbefreiung oder Ermäßigung. Erkundigt euch bei dem Finanzamt, was auf euch zutrifft. Bei einem Diesel wie in meinem Fall kann sich das schon lohnen. Nachteil an der Sache ist, dass kein anderer mehr mit dem Auto fahren darf. Nur in eurem Auftrag darf dann eine andere Person das Auto fahren!!! ;-)
  14. Rechtzeitig auf die Suche nach einergünstigen Versicherung machen. Es gibt einige Versicherungen die nämlich Autos über einem Wert von 50.000 EUR nicht mehr versichern. Bei einem behindertem gerechtem Auto ist dieser Wert aber schnell erreicht. Ich hab mir den Spass gemacht und hab alle Versicherungen die ich so im Internet gefunden habe angefaxt und um ein Angebot gebeten. Das Ergebnis war erstaunlich. Angebote bekam ich viele, sie reichten von 75 EUR/Monat von dem Günstigsten bis 237 EUR/Monat von dem Teuersten Anbieter. Tipp: Auch wenn im allgemeinen gesagt wird das die Allianz-Versicherung recht teuer ist, war es aber eine der wenigen Versicherungen, welche den behindertengerechten Umbau beitragsfrei mitversichert. Und der Service ist echt klasse! (Nein, ich krieg für Werbung kein Geld)
  15. "Balder-Sonderteil" wegen Rollstuhl welcher im Auto verankert werden darf.
  16. Sucht euch einen guten und vor allen Kompetenten Umbauer aus. Kleine Hinterhofwerkstätte sind schnell am Ende ihrer Weißheit und dann steht ihr da mit einem halb fertigem Auto. Ich muss sagen, dass ich mich bei Paravan am besten aufgehoben gefühlt hab. Was aber nicht heißt, dass andere Umbauer nicht auch gut sind.
  17. Achtet darauf, das ALLE Teile die Ihr eingebaut bekommt auch eine TÜV-Freigabe haben.

Das ist erst mal alles was mir eingefallen ist. Ich werde diese Seite aber auch aktualisieren wenn mir noch etwas einfällt. Wenn Ihr irgendwelche Erfahrungen gemacht habt, von denen Ihr meint, dass sie für andere Nützlich sein könnten, mailt sie mir und ich werde sie hier aufnehmen.