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Auf dieser Seite möchte
ich euch ein paar Tipps geben, welche Euch bei dem Antragsverfahren behilflich
sein könnten. Zum Teil sind das Erfahrungen, die ich durch mein Bewilligungsverfahren
gemacht habe. Ein generelles Rezept dafür, wie man so ein Verfahren am
besten durchkriegt, gibt es allerdings nicht. Dafür sind die einzelnen
Fälle zu unterschiedlich, dass man hier alles verallgemeinern könnte. Es gibt
aber einen Verein, der sich darauf spezialisiert hat, Behinderten beim
Erlangen oder Erhalten Ihrer Mobilität zu unterstützen. Auf der Seite
www.mobil-mit-behinderung.de
könnt Ihr mehr über diesen Verein (MMB e.V.) erfahren. Auch kann man sich
hier in einen E-Mailverteiler eintragen lassen, welcher sehr nützlich
ist um Informationen auszutauschen. Aber Vorsicht: Dieser E-Mailverteiler
ist recht groß und man bekommt eine Menge Informationen!
Und hier nun meine persönlichen
Tipps und Erfahrungen, die ich allerdings mit der BfA gemacht habe. Einige
treffen bestimmt aber auch bei anderen Kostenträgern zu:
- Grundsätzlich alle Schreiben
an die BfA, oder an den sonstigen Kostenträger, per Einschreiben mit
Rückschein senden. An Besten das Schreiben per Fax Vorabschicken (Faxnummer
des Sachbearbeiters besorgen, welcher für einen zuständig ist). Ist
zwar teuer, aber in meinem Fall sind angeblich verschiedene wichtige
Unterlagen einfach nicht angekommen. Der Zeitverlust ist einfach zu
groß, wenn man die Anträge und Schreiben dann noch mal fertig machen
muss.
- In verschiedenen Städten
gibt es Reha-Beratungsstellen die man unbedingt aufsuchen oder kontaktieren
sollte. Diese Rehaberater vor Ort sind meistens sehr nützlich und vor
allem auch meistens recht kompetent. Eine Liste der Rehaberatungstellen
findet Ihr auf den Seiten der BfA
Berlin.
- Wenn Ihr Einladungen
bekommt zu Ärztlichen Untersuchungen, macht euch nicht die Mühe einen
Arzt rauszusuchen und vorzuschlagen. Dieser Arzt wird dann garantiert
nicht genommen. Es muss ein Arzt sein, zu welchem Ihr noch keinen Kontakt
hattet. Wenn dann ein Termin feststeht und Ihr die Adresse des Arztes
mitgeteilt bekommt, unbedingt dort anrufen, ob die Praxis auch
behindertengerecht und/oder rollstuhlgerecht ist. Bei mir war dies nicht
der Fall und es musste erst ein anderer Arzt gesucht werden, was dann
wieder ein paar Wochen gedauert hat.
- Wenn ein negativer Bescheid
kommen sollte, nicht sofort aufgeben und die Flinte ins Korn werfen.
Sofort Wiederspruch einlegen und diesen natürlich gut begründen. Auch
hier hilft der MMB
e.V..
- Bei der Auswahl des
Autos sich nicht auf ein bestimmtes Modell fixieren, sondern sich von
Anfang an Alternativen suchen. Denn was hilft es einem, wenn man auf ein Auto besteht,
welches man unbedingt haben möchte, aber man mit diesem dann anschließend
nicht zurecht kommt. Oder die Umbauten dann doppelt so hoch sind. Denn
als Versicherter ist man bei der BfA zur Kostensenkung verpflichtet
und bei der Auto-Versicherung spielt anschließend der Umbaupreis auch
eine wichtige Rolle.
- Vorab schon mal Kostenvoranschläge
von Fahrdiensten besorgen, da diese zu 99,9% vom Kostenträger angefordert
werden. Und diese zu bekommen, ist nicht unbedingt immer einfach.
- Keine Kaufverträge vor
der Bewilligung und vor dem Antrag unterschreiben, da man dann Gefahr
läuft das diese vom Kostenträger nicht übernommen werden.
- Ruft öfters mal bei
eurem Sachbearbeiter an und erkundigt Euch, wie der Stand der Dinge
ist. Fragt nach, ob noch Unterlagen fehlen und ob Ihr noch etwas nachreichen
müsst. Vor den Telefonaten immer die Sozialversicherungsnummer und das
Bearbeitungskennzeichen (BKZ) raussuchen, weil immer danach gefragt
wird. Beim Telefonat immer ruhig und freundlich mit dem oder der Sachbearbeiter/in
reden, auch wenn es schwer fällt. Ihr müsst immer nur daran denken,
am anderem Ende der Leitung sitzt auch nur ein Mensch der seine Arbeit
tut. Wenn er oder sie allerdings diese mehr Schlecht als Recht tut,
sich ruhig mit dem Vorgesetzten verbinden lassen und dort ruhig und
freundlich seine Probleme erklären. Mit Gewalt erreicht man beim Kostenträger
gar nichts.
- Von allen Telefonaten
mit dem Kostenträger eine Schriftliche Notiz machen und an den Kostenträger
für die Akten senden.
- Es gibt auch Möglichkeiten
über den Kostenträger Zuschüsse zum Erwerb des Führerschein zu bekommen.
- Beim Umbau darauf
achten, dass man das System testen kann. Meistens wird einfach ein
System eingebaut, welches man noch nicht mal vorher testen kann und
die Chance, dass dieses System dann das richtige ist, ist dann sehr
gering. Immer darauf bestehen das man das System vorher testen
möchte.
- Auf eine ordentliche
Übergabe des Fahrzeugs bestehen. Am besten das Fahrzeug erst nach
einer Fahrprobe mit einem Fahrlehrer übernehmen. Wenn der sagt das
Ihr mit dem Fahrzeug zurecht kommt. ist alles in Ordnung. Wenn nicht, muss
noch mal nachgebessert werden.
- Je nach
Schwerbehindertenausweis bekommt man eine Kfz-Steuerbefreiung oder
Ermäßigung. Erkundigt euch bei dem Finanzamt, was auf euch zutrifft.
Bei einem Diesel wie in meinem Fall kann sich das schon lohnen.
Nachteil an der Sache ist, dass kein anderer mehr mit dem Auto fahren
darf. Nur in eurem Auftrag darf dann eine andere Person das Auto
fahren!!! ;-)
- Rechtzeitig auf die
Suche nach einergünstigen Versicherung machen. Es gibt einige
Versicherungen die nämlich Autos über einem Wert von 50.000 EUR
nicht mehr versichern. Bei einem behindertem gerechtem Auto ist dieser
Wert aber schnell erreicht. Ich hab mir den Spass gemacht und hab alle
Versicherungen die ich so im Internet gefunden habe angefaxt und um
ein Angebot gebeten. Das Ergebnis war erstaunlich. Angebote bekam ich
viele, sie reichten von 75 EUR/Monat von dem Günstigsten bis 237 EUR/Monat
von dem Teuersten Anbieter. Tipp: Auch wenn im allgemeinen gesagt wird
das die Allianz-Versicherung recht teuer ist, war es aber eine der
wenigen Versicherungen, welche den behindertengerechten Umbau
beitragsfrei mitversichert. Und der Service ist echt klasse! (Nein,
ich krieg für Werbung kein Geld)
- "Balder-Sonderteil"
wegen Rollstuhl welcher im Auto verankert werden darf.
- Sucht euch einen guten und vor
allen Kompetenten Umbauer aus. Kleine Hinterhofwerkstätte sind schnell
am Ende ihrer Weißheit und dann steht ihr da mit einem halb fertigem
Auto. Ich muss sagen, dass ich mich bei Paravan am besten aufgehoben
gefühlt hab. Was aber nicht heißt, dass andere Umbauer nicht auch gut
sind.
- Achtet darauf, das ALLE Teile
die Ihr eingebaut bekommt auch eine TÜV-Freigabe haben.
Das
ist erst mal alles was mir eingefallen ist. Ich werde diese Seite aber
auch aktualisieren wenn mir noch etwas einfällt. Wenn
Ihr irgendwelche Erfahrungen gemacht habt, von denen Ihr meint, dass sie
für andere Nützlich sein könnten, mailt
sie mir und ich werde sie hier aufnehmen.
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