Die Bewilligung:

Im Oktober 2001 war es dann endlich soweit. Der Bewilligungsbescheid lag im Briefkasten. Von Anfordern der Unterlagen über Antragstellung und verschiedenen Gutachten und Untersuchungen bis zur Bewilligung hatte es fast 2 Jahre gedauert. Was ich damals aber noch nicht wusste: Von hier ab dauerte es von der Bestellung des Wagens, über die Auslieferung und den Umbau, bis zur Auslieferung, noch mal fast ein ¾ Jahr. Und dann ging der Ärger erst richtig los. Der erste Umbau ging aufgrund nichterfolgter richtiger Fahrprobe und daraus resultierenden falschem Gutachten schief, neues Gutachten und neues Bewilligungsverfahren wegen eines nun notwendigen zweitem Umbau der dann bei Paravan durchgeführt werden sollte.

Bewilligt wurden zuerst:

  1. Ein Rollstuhl welcher als Fahrersitz verwendet wird (Balder)
  2. Ein vom Einkommen abhängiger Zuschuss für das Auto
  3. Behindertengerechte Zusatzausstattung (leider die falsche)
  4. Ein neuer Treppenplattformlift mit höherer Traglast.

 

Eine große Last war mir von der Seele genommen worden. Es war endlich soweit, wir konnten uns unseren neuen Wagen bestellen und darauf hoffen, bald endlich wieder mobil zu sein. Aber es sollte anders kommen, wie oben schon erwähnt ging der Umbau tierisch in die Hose. Der Umbauer Scheffler hat daran keine Schuld, es lag nun mal an einem falschem Gutachten von Herrn Kretschmar mit seinem "Handycap-Car". Heute frag ich mich selber, warum ich nicht damals schon auf eine richtige Fahrprobe bestanden habe, wie ich sie bei Paravan machen konnte. Beim ersten Gutachten lief die "Fahrprobe" so ab, dass ich zwar mit dem Rollstuhl in das Auto fuhr, aber dann vom Gutachter in den Fahrersitz "gezerrt" wurde und ein paar Messungen vorgenommen wurden. Gefahren wurde nicht!!! Es ist nun mal was anderes, ein Auto aus dem Fahrersitz aus zu fahren, wie es aus einem Rollstuhl aus zu fahren. Also wurde nach erfolgter echter Fahrprobe im zweitem Anlauf bewilligt:

  1. Rückrüstung des "alten" System

  2. Einbau eines EMC-System

Über diesen Umbau werde ich später noch mehr schreiben.

Das das ganze Bewilligungsverfahren bei mir fast 5 Jahre gedauert hat, kann keiner verstehen. Es gab immer wieder Verzögerungen und Rückschläge bis hin zu absolut Schwachsinnigen Entscheidungen und Vorschläge aus Berlin.

Wenn man bedenkt, dass ich zu Anfang im Grunde genau das Auto beantragt habe wie ich es jetzt fahre, aber durch falsche Gutachten und Entscheidungen das Auto fast 70.000 Euro teurer wurde als beantragt, wird mir schlecht. Für dieses Geld, hätte so mach anderer Behinderte lieber ein Auto bekommen sollen.

Ich möchte auch hier nochmals die Gelegenheit ergreifen, um mich bei einigen Leuten zu bedanken, die mir auf dem langem und schwierigen Weg geholfen haben.

  • Als erstes bei meiner Frau, die mich immer wieder aufgemuntert hat, wenn mal wieder was schief lief.
  • Bei der Firma Paravan, für den zweiten Umbau.
  • Bei Herrn Scheffler von der Firma MS-Mobil für den ersten Umbau.
  • Frau Langhoost (BfA Dortmund), Herrn Traut (BfA Dortmund)
  • Herrn Fischer von der Fahrschule Fischer
  • Herrn Schmicking von Schmicking-Rehatechnik, für die gute Beratung in Sachen Rollstuhl
  • Herrn Buschmann vom Verein MMB e.V.
Und allen, die mir noch geholfen haben und ich hier leider vergessen habe.