Der Hintergrund

WDR Videotextseite 161: Dies war im Winter jeden Abend eine Pflichtlektüre von mir.

Dadurch, dass ich immer von irgendwelchen Personen aus dem Rollstuhl gehoben werden musste, war der Schnee mein ärgster Feind. Ich lief andauernd Gefahr von jemanden fallen gelassen zu werden oder auf dem Schnee auszurutschen. Wenn es dann geschneit hatte, fuhren meine Frau und ich immer mit mehreren Thermoskannen voll heißem Wasser zu meinem Parkplatz, um den Schnee  möglichst restlos wegzuschmelzen.

Meine Frau setzte mich dann in den Wagen und lud den Rolli in den Kofferraum meines Opel Astra Caravan.

Wenn ich von der Arbeit zurückkam, das gleiche Spiel, nur diesmal umgekehrt.

Hat sich meine Frau mal verspätet, kam es auch vor, dass ich Stundenlang im Auto saß und nicht in die Wohnung kam.

Im Sommer musste ich immer möglichst einen Parkplatz finden, welcher einen festen Untergrund hatte, da ich auf losem Untergrund wieder weggerutscht wäre.

In der Firma ging mir auch gewaltig auf die Nerven, dass ich von den Arbeitszeiten her total unflexibel wurde. Ich musste ja immer von jemanden gebracht und abgeholt werden. Überstunden waren mit dieser Situation ebenso unmöglich wie auch mal das früher gehen, wenn mal nichts zu tun war.

Mir fehlte aber auch die Freiheit, mal einfach wegfahren zu können, wenn ich Lust dazu bekam. Einfach mit dem Auto fahren zu können, ohne das jemand mir dabei helfen musste.

Nach einiger Zeit wurde meine Krankheit so schlimm und mir wurde bewusst, dass ich mit meinem damaligen Astra nicht mehr länger zurechtkommen würde. Das Bremsen viel mir immer schwerer und das umsetzten in den Rollstuhl war trotz Aufstehhilfe nicht mehr ohne Hilfe möglich.

Also schlossen meine Frau und ich den Entschluss: Ein neues Auto muss her.

Eins in dem ich nicht umsetzten muss und auch alleine zurecht komme.